Neurofeedback - Frequenzbandtraining
Das Gehirn ist permanent elektrisch aktiv. Die Aktivität läßt sich sich außerhalb des Schädelknochens mit modernen Elektroden messen. Das Meßverfahren nennt man EEG (Elektro-Enzephalo-Gramm), die gemessenen Werte Hirnstromkurve (Spannungsverlauf / Zeit). Charakteristisch für die Messung sind Amplituden (Spannungsunterschiede) und Frequenzen (Amplituden pro Sekunde). Die genauen neurophysiologischen Prozesse konnten bis heute nicht eindeutig geklärt werden, es konnten jedoch unterschiedlichen Frequenzbändern verschieden Hirnaktivitäten zugeordnet werden. Die Geschwindigkeit der Gehirnfrequenz entspricht dem Grad der Aktivierung. Niedrige Frequenz - wenig Aktivierung, hohe Frequenz - starke Aktivierung.
Frequenzbänder und Hirnaktivität
- Phase 1 - dass Verfahren der Rückmeldung wird geübt. Es findet eine Kopplung zwischen visueller / akustischer Rückmeldung (Feedback) und Konzentrationszustand statt.
- Phase 2 - Die erlernte Kopplung zwischen Rückmeldung (Feedback) und Konzentrationszustand wird automatisiert.
- Phase 3 - Die Konzentrationsleistung wird stabilisiert und gezielt abrufbar. Aus dem Sprinter wird eine Dauerläufer. Ein Merkmal des Erreichens des Zieles der Neurofeedbacktrainings ist die gezielte Aktivierung und Deaktivierung einzelner Frequenzbänder am Ende von Phase 3.
- Bonusphase 4 - in der letzten Phase wird versucht, aufbauend auf die stabilisierte Leistung, eine Steigerung der Konzentrationsleistung zu erzielen.
Seit den 60er Jahren ist erwiesen, daß Hirnwellen willentlich beeinflusst werden können. Joe Kamiya gelang der Nachweis der willentlichen Aktivierung von Alphawellen bei Versuchspersonen.
In verschiedenen Therapieansätzen wird diese Beeinflussung einzelner Frequenzbänder genutzt. In zahreichen Studien wurde die Effektivität der Unterdrückung der Thetawellen und die Verstärkung von Betawellen bei AD(H)S nachgewiesen (Lubar et al 1995; Fuchs et al. 2003; Strehl et al. 2004)
Neurofeedback bei AD(H)S - Das Prinzip: Thetawellen ins Töpfchen - Betawellen ins Köpfchen
Die SMR-/ Betawellen stehen für gute Konzentration Thetawellen für Konzentrationsverlust. Im Neurofeedbacktraining wird geübt einen hohen Anteil SMR-/ Betawellen zu produzieren und die Thetawellen zu reduzieren, und damit die Dauer der Konzentrationsleistung zu stabilisieren und ggf. zu verbessern.
Eben diese höher frequenten Hirnströme (Beta und SMR) können bei Kindern mit AD(H)S im Vergleich zu gesunden Kindern schwächer ausgeprägt sein. Auch Kinder mit AD(H)S können lernen, ihre Hirnströme zu kontrollieren, obwohl man es gerade bei den oft extrem fahrigen und unkonzentrierten Zappelphilippen oder Träumern nicht unbedingt erwartet, sprechen speziell diese Kinder sehr gut auf das recht anstrengende Training an. Bis zu 30-50 Stunden umfasste das Übungsprogramm verteilt auf 3-4 Phasen.
- Phase 1 - dass Verfahren der Rückmeldung wird geübt. Es findet eine Kopplung zwischen visueller / akustischer Rückmeldung (Feedback) und Konzentrationszustand statt.
- Phase 2 - Die erlernte Kopplung zwischen Rückmeldung (Feedback) und Konzentrationszustand wird automatisiert.
- Phase 3 - Die Konzentrationsleistung wird stabilisiert und gezielt abrufbar. Aus dem Sprinter wird eine Dauerläufer. Ein Merkmal des Erreichens des Zieles der Neurofeedbacktrainings ist die gezielte Aktivierung und Deaktivierung einzelner Frequenzbänder am Ende von Phase 3.
- Bonusphase 4 - in der letzten Phase wird versucht, aufbauend auf die stabilisierte Leistung, eine Steigerung der Konzentrationsleistung zu erzielen.´
Wie lange hält die Behandlung nun an? Müssen weiter Medikamente gegeben werden?
Im Vergleich nach Absetzen der Therapien konnte Monastra (2005) die positiven Effekte des Neurofeedbacktrainings noch nach 24 Monaten nachweisen. Die medikamentös behandelten Probanden hatten nach Absetzen der Medikation keine anhaltende Wirkung gezeigt. Auch die deutschen Forschergruppen um Strehl (2004) und Leins et al. (2004) befaßten sich mit der Frage der Nachwirkdauer. Bei einer Untersuchung nach 6 Monaten waren die positiven Effekte des Trainings noch erhalten.
Ein Neurofeedbacktraining wirkt also nach Absetzten der Behandlung nach. Eine Gabe von Medikation kann weiterhin sinnvoll sein und muss individuell entschieden werden, eine Reduktion ist oft nach erfolgreichen Neurofeedbacktraining zu verzeichnen.
